Ernährung ist bei uns kein Dogma, sondern ein Werkzeug auf Zeit.
Welche Ernährungsform sinnvoll ist, entscheiden wir gemeinsam mit Ihnen, auf Grundlage Ihrer Beschwerden und Befunde. Ziel ist nicht, möglichst viel wegzulassen, sondern herauszufinden, was Ihnen guttut, und danach wieder so vielfältig wie möglich zu essen.
So setzen wir Ernährung ein
Passend auswählen
Anhand von Beschwerden, Befunden und Ihrem Alltag wählen wir die Ernährungsform, die zu Ihnen passt.
Auf Zeit weglassen
Für eine begrenzte Zeit lassen Sie bestimmte Lebensmittel weg. Sie erhalten dafür klare Listen und Rezepte.
Gezielt testen
Danach führen Sie Lebensmittel einzeln wieder ein und beobachten, wie Sie sie vertragen.
Ihre Ernährung
Sie behalten bei, was Ihnen guttut, und meiden nur, was Ihnen nicht bekommt.
Ernährungsformen, mit denen wir arbeiten
AIP
Eine Ernährung auf Zeit, bei der Lebensmittel weggelassen werden, die Darm und Immunsystem belasten können, etwa Getreide, Milchprodukte, Eier, Hülsenfrüchte, Nachtschattengewächse, Nüsse und Zucker.
- Für wen
- Menschen mit Autoimmunerkrankungen oder ausgeprägten Unverträglichkeiten
- Dauer
- meist acht Wochen weglassen, dann schrittweise wiedereinführen
AIP histaminarm
Die gleiche Grundidee wie AIP, zusätzlich ohne Lebensmittel, die viel Histamin enthalten oder freisetzen. Frische ist hier besonders wichtig.
- Für wen
- Menschen, die neben dem AIP-Ansatz auch auf Histamin reagieren
- Dauer
- acht Wochen, erste Tests nach Absprache schon früher
Paleo
Unverarbeitete Lebensmittel stehen im Mittelpunkt: Gemüse, Obst, Fleisch, Fisch, Eier, gute Fette. Ohne Weizen, Zucker und industriell verarbeitete Produkte.
- Für wen
- als Basis für eine dauerhaft vollwertige Ernährung oder als Schritt nach AIP
- Dauer
- oft dauerhaft, individuell angepasst
Low FODMAP
Bestimmte Zucker und Zuckeralkohole (FODMAPs) werden im Dünndarm schlecht aufgenommen und im Darm vergoren. Sie werden zunächst reduziert und dann gruppenweise getestet.
- Für wen
- Menschen mit Blähungen, Bauchschmerzen, Reizdarm oder einer Fehlbesiedlung des Dünndarms
- Dauer
- einige Wochen weglassen, dann gruppenweise testen
Histaminarm
Histamin steckt vor allem in gereiften, fermentierten und lange gelagerten Lebensmitteln. Bei einer histaminarmen Ernährung stehen frische, unverarbeitete Lebensmittel im Vordergrund.
- Für wen
- Menschen, die auf Histamin mit Beschwerden wie Kopfschmerzen, Hautrötungen oder Verdauungsproblemen reagieren
- Dauer
- meist 4–6 Wochen streng, dann individuell austesten
Glutenfrei
Gluten ist ein Eiweiß aus mehreren Getreidearten. Bei einer Glutensensitivität kann der Verzicht helfen, die Darmschleimhaut zu entlasten.
- Für wen
- Menschen mit Glutensensitivität; eine Zöliakie klären wir vorher ärztlich ab
- Dauer
- individuell, oft über längere Zeit
Sie essen vegetarisch oder vegan?
Das lässt sich mit vielen Ernährungsformen gut verbinden, etwa mit Low FODMAP, histaminarm oder glutenfrei. Paleo und AIP setzen klassisch auf Fleisch und Fisch. Ob und wie eine pflanzliche Variante für Sie möglich ist, besprechen wir gemeinsam mit Ihnen.
Noch individueller: Diagnostik und spezielle Themen
Neben den bekannten Ernährungsformen beschäftigen wir uns auch mit Fragestellungen, die seltener sind und viel Erfahrung brauchen.
Diagnostik
ALEX-Allergietest
Eine molekulare Allergiediagnostik aus einer Blutprobe. Sie misst Antikörper (IgE) gegen knapp 300 Allergene und einzelne Allergenbestandteile, darunter viele Nahrungsmittel [5].
LTT auf Nahrungsmittel
Der Lymphozytentransformationstest betrachtet Reaktionen bestimmter Immunzellen. Wir setzen ihn ergänzend ein und bewerten das Ergebnis immer zusammen mit Ihren Beschwerden.
Spezielle Themen
Ernährung bei MCAS
Beim Mastzellaktivierungssyndrom reagieren viele Betroffene auf bestimmte Lebensmittel. Eine histaminarme Ernährung ist dabei oft ein wichtiger Baustein.
Nickelarme Ernährung
Nickel kommt natürlicherweise in vielen pflanzlichen Lebensmitteln vor. Auch diese sehr spezielle Ernährungsform kennen wir.
Mykotoxine
Schimmelpilze bilden Giftstoffe, die auch in Lebensmitteln vorkommen können. Wir berücksichtigen eine mögliche Belastung im Körper und im Essen, auch im Zusammenhang mit einer Sensibilisierung oder Allergie.
Ausführliche Unterlagen für unsere Patient*innen
Lebensmittellisten, Wochenpläne, Rezepte und Anleitungen zur Wiedereinführung erhalten Sie als Patient*in bei uns, abgestimmt auf Ihre Behandlung. Eine Ernährungsumstellung sollte nicht auf eigene Faust erfolgen, sondern ärztlich begleitet werden.
Was sind FODMAPs?
FODMAP steht für fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie Polyole. Dazu gehören zum Beispiel Fruchtzucker, Milchzucker und bestimmte Zuckeralkohole. Sie werden im Dünndarm nur schlecht aufgenommen, binden Wasser und werden im Darm von Bakterien vergoren. Die Low-FODMAP-Ernährung wurde an der Monash University in Australien entwickelt und läuft in drei Schritten ab: reduzieren, gruppenweise wieder einführen und eine persönliche, möglichst wenig eingeschränkte Ernährung finden [1].
Was bedeutet „histaminarm“?
Histamin ist ein Botenstoff, den der Körper selbst bildet und der in vielen Lebensmitteln vorkommt, vor allem in gereiften, fermentierten und lange gelagerten. Wird es nicht ausreichend abgebaut, kann es Beschwerden auslösen. Für eine histaminarme Ernährung arbeiten wir mit der Lebensmittelliste der Schweizerischen Interessengemeinschaft Histamin-Intoleranz (SIGHI). Sie empfiehlt, sich zu Beginn einige Wochen streng an die Liste zu halten und danach individuell auszutesten [2].
Was ist das Autoimmunprotokoll (AIP)?
Das Autoimmunprotokoll ist eine besonders konsequente Form der Eliminationsernährung. Für einige Wochen werden Lebensmittel weggelassen, die Darm und Immunsystem belasten können. Danach werden sie einzeln und kontrolliert wieder eingeführt. So entsteht Schritt für Schritt ein Bild davon, was Sie persönlich vertragen.
Glutensensitivität oder Zöliakie?
Nicht jede Reaktion auf Gluten ist eine Zöliakie. Von einer Glutensensitivität spricht man, wenn Beschwerden mit Gluten zusammenhängen, eine Zöliakie und eine Weizenallergie aber ausgeschlossen sind [3]. Besteht der Verdacht auf eine Zöliakie, sollte sie abgeklärt werden, solange Sie noch Gluten essen, da sonst Befunde falsch ausfallen können [4].
Ernährung bei MCAS
Beim Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS) setzen Mastzellen, ein Teil des Immunsystems, zu leicht Botenstoffe wie Histamin frei. Beschwerden können an Haut, Verdauung, Kreislauf oder Atemwegen auftreten. Viele Betroffene vertragen bestimmte Lebensmittel schlecht. Eine histaminarme Ernährung, angepasst an die persönliche Verträglichkeit, ist deshalb oft ein Baustein der Behandlung [2].
Mykotoxine im Essen
Mykotoxine sind Giftstoffe, die von Schimmelpilzen gebildet werden. Sie können zum Beispiel in Getreide, Nüssen oder Trockenobst vorkommen [6]. Bei Menschen mit einer Sensibilisierung oder Allergie gegen Schimmelpilze achten wir deshalb auch auf die Ernährung.
- Monash University: The 3-step FODMAP Diet. Informationsblatt, 2026. Zum Dokument
- Schweizerische Interessengemeinschaft Histamin-Intoleranz (SIGHI): Lebensmittel-Verträglichkeitsliste, Stand April 2023. Zur Website
- Catassi C et al. Diagnosis of Non-Celiac Gluten Sensitivity (NCGS): The Salerno Experts’ Criteria. Nutrients 2015;7(6):4966–4977. Zur Arbeit
- S2k-Leitlinie Zöliakie (AWMF-Register 021-021), 2022. Zur Leitlinie
- GANZIMMUN Diagnostics: Einsenderinformation ALEX² – Allergy Explorer. Zum Dokument
- Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES): Mykotoxine. Zur Website
Welche Ernährung passt zu mir?
Das klären wir nach Ihrem Erstgespräch in den Folgeterminen, sobald Ihre Befunde vorliegen. Wählen Sie in der Online-Rezeption „Termin vereinbaren“ und lassen Sie sich durch die Schritte leiten. Den Anamnesebogen erhalten Sie automatisch.

